Der Freitag ist der Tag der Freya, der Göttin der Liebe und der Fruchtbarkeit. Nach ihr ist der Freitag benannt. Radierung von Willem Linnig jun. (1842-1890) nach einer Vorlage von Peter Paul Rubens (Sammlung Kurt Lussi)


Interview in der Zeitschrift Transhelvetica

Freitag der Dreizehnte

Mit dem Glauben ist das so eine Sache, mit dem Aberglauben sowieso. Doch woher kommt die Angst vor dem Freitag, der auf den Dreizehnten des Monats fällt? Gespräch mit Daniel J. Schüz in der Zeitschrift Transhelvetica, Ausgabe Nr. 46 vom Freitag, 13. April 2018, S. 62-65.

Henkelkrug aus Keramik mit Resten einer Bemalung Oberägypten, Theben (um 1550-1458 v. Chr.), kleines Salbgefäss, Ägypten, Salbgefäss aus Kalzit-Alabaster, (Ägypten, möglicherweise Kufur Nigm, um 3000 v. Chr. (von l. n. r.). (Bild Kurt Lussi)


Kleider, Mehl und Totengeld

Was man den Verstorbenen mit auf die letzte Reise gab

Nach dem Tod löst sich die Seele des Menschen von der sterblichen Hülle. Zuerst verweilt sie noch eine Weile in der Nähe des toten Körpers. Doch dann begibt sie sich auf die lange Reise ins Jenseits. Nach der Auffassung fast aller Kulturen tut sie dies in menschlicher Gestalt. Dem Toten gibt man daher Dinge mit ins Grab, die ihm seine letzte Wanderung erleichtern: Man bestattet ihn in seinen besten Kleidern und zieht ihm gute Schuhe an. Noch vielen Menschen bekannt ist der Brauch, in der Nacht auf Allerseelen für die Toten Speisen bereitzustellen. In China verbrennt man Kleider aus Papier und wertlose Banknoten, die über den Rauch den Toten übermittelt werden.
In seinem Vortrag vergleicht der Referent die alpenländischen Vorstellungen der Totenfürsorge mit jenen anderer Kulturen und zeigt Gemeinsamkeiten auf. Am Schluss haben die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, ihre auf Zettel geschriebenen Wünsche und Anliegen an die Toten einem eigens entfachten Feuer zu übergeben.

Vortrag, Donnerstag, 17. Mai 2018, Beginn 19.30. Besammlung auf dem Friedhof der Pfarrkirche von Menznau.

Die Älbachegg mit der 1784 gepflanzten Eiche, dem heiligen Baum des Wettergottes Donar. Zwischen dieser und einer vor Jahren vom Blitz getroffenen braust das Heer der Toten durch. Auch sonst ist der Ort unheimlich. Es wird erzählt, dass dort einst ein Störmetzger von dunklen Mächten gebannt wurde und seinen Weg nicht mehr fortsetzen konnte. (Bild Kurt Lussi)


Voranzeige: Fachpublikation in der Zeitschrift Leidfaden

Die Wiederkehr der armen Seelen. Wo die Welt zwischen Diesseits und Jenseits Wirklichkeit ist

Die vierteljährlich erscheinende Zeitschrift „Leidfaden“ möchte allen, die Menschen in Krisen und in der Trauer therapeutisch, medizinisch oder seelsorgerlich begleiten, zur Seite stehen und sie mit fundierten Beiträgen bei ihrer Arbeit unterstützen. Herausgegeben wird die Zeitschrift im Verlag Vandenhoeck und Ruprecht. Der zeitgleich mit der Georgia Augusta (Georg-August-Universität Göttingen) gegründete Verlag publiziert seit 1735 wissenschaftliche Literatur und gehört damit weltweit zu den ältesten konzernunabhängigen Verlagen.

Der Artikel befasst sich mit den Vorgängen bei der Trennung von Körper und Seele im Augenblick des Todes, der Sagen- und Geisterwelt im schweizerischen Voralpengebiet, und der Fürsorge der Lebenden für die Seelen der Toten und dem damit verbundenen Volksglauben.

Das Heft erscheint am 18. August 2018 und enthält voraussichtlich rund zwanzig Artikel zu den Themen Sterben, Tod und das Leben danach. Es kann direkt beim Verlag Vandenhoeck und Ruprecht bestellt werden. Link zum Verlag

Die Penny-Séance. Der Spirit beantwortet die ihm gestellten Fragen, indem er das ins Glas gehaltene und in Bewegung geratene Pendel entweder links (YES) oder rechts (NO) an die Glaswand schlagen lässt. (Bild Kurt Lussi)


Grab yourself a wine glass and find out...

Die viktorianische Penny Séance

Die viktorianische Séance war ein in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts im angelsächsischen Raum entstandenes Phänomen, das Menschen aller sozialen Schichten erfasste. Der für die Séance gewählte Rahmen richtete sich nach den finanziellen Möglichkeiten der Sitter: Wer Geld hatte, engagierte ein Medium und hielt seine Séancen in Privaträumen ab. Minderbemittelte behalfen sich mit improvisierten Séancen in Pubs und auf Parkbänken. Für sie entstand eine besondere Form der Séance, für die sich schon früh ein Name einbürgert hatte: „The Penny Séance“. Der Begriff bezieht sich indes nicht auf den Preis einer Séance, der erheblich höher war, sondern auf die Tatsache, dass die Verbindung zu den Toten mithilfe einer grossen Penny-Münze hergestellt wurde, die zuvor auf den Augen eines Verstorbenen gelegen hatte, damit dessen Lider geschlossen blieben. Durch den Kontakt mit den Toten galten derartige Pennies als mit besonderer Kraft erfüllt, weshalb man sie nicht zurück in den Umlauf brachte, sondern den Verstorbenen mit ins Grab gab.
Diese 9,4 Gramm schweren Münzen waren es, die dunkle Gestalten aus den Leichenhallen und nachts heimlich geöffneten Gräbern stahlen und zu Pendeln verarbeiteten. Dahinter steckte der Glaube, wonach ein Kettchen, an dem eines dieser Geldstücke hängt, einen schnelleren Zugang zu den jenseitigen Welten ermöglichte, als ein herkömmliches Pendel.


Fragment einer Buchseite aus einem spätgotischen Ars moriendi. (Sammlung Kurt Lussi)


Neu im Download

Direkter Link zu den Fachartikeln von Kurt Lussi auf Zenodo

Immer häufiger werden wissenschaftliche Fachartikel online publiziert und gespeichert. Einer der bekanntesten Online-Speicherdienste ist Zenodo. Auf Zenodo werden hauptsächlich wissenschaftliche Publikationen, Berichte, Präsentationen und Videos hochgeladen und der Öffentlichkeit unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Finanziert wird der Dienst über die Europäische Kommission (EK).

Zenodo integriert den Repository-Dienst Git-Hub, um dort gespeicherte Quelltexte zitierfähig zu machen. Auch der zenodo-eigene Quelltext ist auf Git-Hub verfügbar. Die Webseite wird durch das OpenAIRE-Konsortium und das CERN betreut und gepflegt (zitiert nach Wikipedia).

Der Name Zenodo kommt von Zenodotos von Ephesos, dem ersten Leiter der großen Bibliothek von Alexandria, in der er den Grundstein für die größte antike Schriftensammlung legte.

Eine Zusammenstellung der auf Zenodo hochgeladenen Artikel von Kurt Lussi finden Sie über diesen Link mit direkter Downloadmöglichkeit.

 

Verwaltungsgebäude und Eingang des 1839 eröffneten Friedhofs von Highgate vom gegenüberliegenden Waterlow Park aus gesehen. Auf der davor verlaufenden Swain’s Lane zeigt sich zu gewissen Zeiten eine dunkle hagere Gestalt. Der heute von grossen Bäumen bestandene Westteil des Friedhofs ist seit den Grabschändungen von 1969/1970 nur noch in Begleitung des Friedhofpersonals zugänglich. (Bild Kurt Lussi)


Der Vampir von Highgate

Der Friedhof von Highgate im Norden Londons gilt als unheimlich und verrufen. Besonders vom heute nicht mehr frei zugänglichen westlichen Teil sind Begegnungen mit Wesen aus dem Reich der Schatten überliefert. Selbst ein Vampir soll dort sein Unwesen treiben.
Diesen Geschichten zugrunde liegen Berichte von Menschen, die auf dem Friedhof sowie in seiner unmittelbaren Nähe eine grosse, dunkle Gestalt mit feurigroten Augen gesehen haben wollen. Von dieser Gestalt, heisst es, gehe eine teuflische Kraft aus, welche die Befallenen lähme und bei ihnen das Gefühl bewirke, „ausgesaugt“ zu werden (Farrant, S. 175). Das von den Zeugen beschriebene Gefühl der Leere bezieht sich jedoch auf die Lebensenergie und nicht auf einen allfälligen Blutverlust.
Die sich wiederholenden Erscheinungen im Westteil des Friedhofs, die vielleicht mit einer dort beginnenden Leyline in Zusammenhang stehen, führten ab 1969 zu Exorzismen und Grabschändungen, bei denen sich insbesondere der Vampir-Jäger Sean Manchester hervortat.

Literatur:
Farrant, David : In the shadow of the Highgate Vampire. An Autobiography, Volume 1, London 2008, S. 174 ff.
Manchester, Sean: The Highgate Vampire, London 1985 (Erstausgabe).
Sturm, Dieter; Klaus Völker (Hg.): Von denen Vampiren oder Menschensaugern. Dichtungen und Dokumente. Phantastische Bibliothek Band 306. München 1994.

 

Das Gatehouse Pub im Londoner Stadtteil Highgate. Postkarte um 1880. (Sammlung Kurt Lussi)


Ghost walk, London, 11.-12. November 2016

Die unsichtbaren Gäste des Gatehouse Pubs in London

Von allen Pubs im Londoner Stadtteil Highgate ist „The Gatehouse“ das älteste. Bereits 1337 soll es eine Gaststätte gewesen sein; die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1670. Zur illustren Schar der Gäste gehörten u. a. Lord Byron (1788-1824), der mit dem 1813 erstmals publizierten Gedicht “The Giaour” die Reihe der gotischen Vampirliteratur eröffnete, dann der Karikaturist George Cruikshank (1792-1878) sowie der Schriftsteller Charles Dickens (1812-1870). Unter den Wesen der Schattenwelt, die in diesem Pub in Erscheinung treten, ist der Geist des Philosophen Francis Bacon (1561-1626) das bekannteste. Die bis heute andauernden Heimsuchungen werden auf die Tatsache zurückgeführt, wonach das Pub auf einer Leyline steht.

Gentleman an der Bar des Gravediggers in Dublin. (Bild Kurt Lussi)

John Kavanagh’s Pub am Prospekte Square, Dublin

Wo einst Totengräber, Leichenräuber und die Geister von Verstorbenen ein und aus gingen

Im Spätherbst, wenn vom Nordatlantik her stürmische Regenschauer über Irland hinweg ziehen, wirkt die Umgebung von John Kavanagh’s Pub im Norden von Dublin noch unheimlicher als sonst, zumal das Gebäude mit der schmucklosen Fassade am ehemaligen Haupteingang des Glasnevin Cemetery liegt. Seit seiner Eröffnung im Jahre 1833 hat sich das Innere dieses Pubs kaum verändert. Man wähnt sich zurückversetzt in die Zeit, als hier schwarz gekleidete Trauergäste, griesgrämige Kutscher und durstige Totengräber ein und aus gingen. Von letzteren heisst es, sie hätten nach getaner Arbeit eine Schaufel Dreck an die Rückfront des Pubs geschmissen. Dann wusste der Landlord, dass die grave diggers ihre Arbeit getan hatten und er damit beginnen konnte, einen Satz Gläser mit Guinness zu füllen. Von den rauen Gesellen hat das John Kavanagh’s auch den Namen, unter dem es die Einheimischen kennen: The Grave Diggers.
Zu den skurrilsten Gestalten, die hier verkehrten, gehörten die body snatchers. Das waren skrupellose Kriminelle, die nachts in den Friedhof eindrangen und frische Leichen raubten. Bis zu zwanzig Pfund zahlten Universitäten für einen gut erhaltenen Toten – in viktorianischer Zeit eine beträchtliche Summe Geld.
Kein Wunder, dass im Gravedigger's noch heute ein "Gast" der unheimlichen Art zu erscheinen pflegt: Einheimische berichten von einem älteren gentleman, der einen altmodischen Anzug aus Tweed trägt. Ohne dass man sein Kommen bemerkt, hockt er plötzlich an der Bar und trinkt einen creamy pint of Guinness. Doch sobald sich die Aufmerksamkeit auf ihn richtet, löste er sich im Nichts auf und verschwindet so geheimnisvoll, wie er gekommen ist.

Curio box mit Totenfetischen, die der Überlieferung nach mit besonderer Zauberkraft erfüllt sind. (Bild Kurt Lussi)


Neue Einträge im Magischen Lexikon

Die Curio Box aus England enthält Totenfetische, die im Zauberglauben eine Rolle spielen. Mit all diesen Gegenständen kann man sowohl Heilung bewirken, als auch Schaden anrichten. Mehr...

Ein "Vampire Killing Kit" enthält alles, was es braucht, um sich einen Vampir vom Hals zu halten. Praktisch angewendet wurden sie wohl kaum. Stattdessen dienten sie als Anknüpfungspunkte für Schauergeschichten, die man sich an flackernden Kaminfeuern erzählte. Mehr...

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Händlein Heller, Schwäbisch Hall, 12. Jh. (Privatsammlung, Bild Kurt Lussi)

 

Museum Klösterli im Schloss Wyher


Das Museum ist aufgehoben. Die Sammlung "Schenkung Dr. Josef Zihlmann" wird im Laufe Frühjahr 2018 ins Historische Museum Luzern überführt. Vorträge und Seminare zu volkskundlichen Themen werden jedoch weiterhin angeboten. Kontakt: info(at)kurtlussi.ch

Weitere Informationen zur "Schenkung Dr. Josef Zihlmann": Historisches Museum Luzern. Link

 

Nächster Anlass:

Do 17.05.18

Was man den Verstorbenen mit auf die letzte Reise gab

Sa 18.08.18

Die Wiederkehr der armen Seelen

Sa 08.12.18

Mythisches, Magisches, Makabres