Szene aus der Heiligkreuzkapelle am Rigiweg. (Bild Kurt Lussi)


Samstag, 26. August 2016, 19.30 Uhr

SRF bi de Lüt - Live aus Küssnacht

Am Samstag, 26. August 2017, ist Nik Hartmann mit «SRF bi de Lüt – Sommerfest» zu Besuch in Küssnacht am Rigi. Im beliebten Sendeformat, das viermal pro Jahr live ausgestrahlt wird, ist Nik Hartmann in verschiedenen Ortschaften der Schweiz zu Gast – und Gastgeber eines grossen Festes. Ein bereits gedrehter Einschub wird sich mit der mythischen Landschaft der Rigi sowie der Gestalt des Waldbruders Onuphrius Dahinden befassen.


Im viktorianischen England als Safety Coffin Bell angebotene Allzweckglocke, um 1900 (Sammlung Kurt Lussi)


Neuer Artikel auf www.zenodo.org

Die Lady mit dem Ring: Die Wanderung einer Sage von Scheintod und vorzeitiger Beerdigung

Die «Lady mit dem Ring» ist eine auf die Pestzeit zurückgehende Sage, die vor Scheintod und den Schrecken des lebendig Begrabenwerdens warnt. In den medizinischen Berichten des 18. und 19. Jahrhunderts, die sich mit dem Scheintod, den Anzeichen des eingetretenen Todes und der vorzeitigen Bestattung befassen, erlebt sie eine erstaunliche Metamorphose. Aus der vagen Überlieferung wird ein tatsächlich geschehenes Ereignis. Die «wahren Berichte» angesehener Mediziner schürten die Angst. Und nur mit dieser Angst ist zu erklären, weshalb seit dem späten 18. Jahrhundert skurrile Ideen kursierten, wie man notfalls dem Grab entkommen und zurück ins Leben finden konnte.

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Weltkongress der Ganzheitsmedizin

Filmbeitrag des Bayrischen Rundfunks

Der Beitrag des Bayrischen Rundfunks vermittelt einen Überblick über die Ziele der diesjährigen Konferenz. Interviews mit Fabio Ramirez (Kolumbien) Hans-Martin Beck (Deutschland), und Kurt Lussi (Schweiz).

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Link zum Veranstalter: www.institut-infomed.de

Der Luo-Heiler Oluk Olugo, Nähe Wagusu, Lake Victoria, Kenia. (Bild Kurt Lussi)


Neuer Fachartikel im Repository des Historischen Museums Luzern:

Palliative Care und ganzheitliches Heilen: Wie traditionelle Heilkonzepte die westliche Medizin bereichern können

Palliative Care begreift den Menschen als Einheit von Körper, Geist und Seele. Ihr Zweck ist es, dem Menschen in seiner letzten Lebensphase beizustehen und seine Beschwerden und Ängste körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art soweit als möglich zu lindern. Palliative Care hat daher viel mit den Heilvorstellungen ursprünglicher Kulturen zu tun, in denen der Mensch ebenfalls in seiner Gesamtheit begriffen wird, mit dem Unterschied, dass dort das Schwergewicht der ganzheitlichen Betreuung auf die Gesundung oder Stärkung der Seele ausgerichtet ist, unabhängig davon, ob die Krankheit heilbar ist oder nicht.

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Mumifizierte Leichen in der Krypta der St. Michan's Church in Dublin, die auch Bram Stoker mit seiner Familie mehrmals besuchte. (Bild Kurt Lussi)

 

Der Anfang von Dracula

In Bram Stoker’s 1897 publizierten Novelle „Dracula“ erscheint der gleichnamige Vampir in der Gestalt eines fliessend Deutsch und Englisch sprechenden transsilvanischen Grafen. Sie ist das letzte und bedeutendste Werk einer Reihe von Publikationen, die sich seit Beginn des 19. Jahrhunderts mit diesem Genre befassten.
Wesentlichstes Element der frühen Erzählungen ist indes nicht das Blutsaugen, das erst später hinzugekommen ist, sondern die alte Vorstellung von Untoten, die nachts in menschlicher Gestalt aus ihren Gräbern steigen. In einem Gedicht von Robert Blair (1699-1746) heisst es:

„Wild shrieks have issued from the hollow tombs,
Dead men have come again, and walk‘d about,
And the great bell has toll’d, unrung, untouch’d.
(Such tales their cheer, at wake or gossiping,
When it draws near to witching time of night.)”


Nach: Robert Blair: The Grave: a Poem. London 1784

Die früheste Erwähnung des Vampirs in der romantischen Literatur des 19. Jahrhunderts finden wir in Lord Byron’s Gedicht „The Giaur“ (1813):

“No ear can hear nor tongue can tell
The tortures of that inward hell!
But first, on earth as Vampire sent,
Thy corse shall from its tomb by rent.”

Nach: Allan Cunningham: Lord Byron’s Poetical Works: with Life and Notes, London o. J. (um 1850)

Ihren Anfang nahm die angelsächsische Horror- und Vampirliteratur des 19. Jahrhunderts überraschenderweise nicht in England, sondern in der Schweiz. Genauer: In der Villa Diodati am Genfersee, die Lord Byron im nassen Sommer 1816 für sich und seine Freunde mietete. Aus der Idee der Freunde, sich mit dem Aushecken von Schauergeschichten die Zeit zu vertreiben, entstand Byron’s „Fragment of a Novel“, die seinen Leibarzt John William Polidori zur Geschichte „The Vampyre“ inspirierte. Mary Shelley, die dritte im Bunde, schrieb einen Text, den sie später zum Roman „Frankenstein“ ausbaute. Erst 1897 erschien mit Bram Stoker’s „Dracula“ die Novelle, welche dem blutsaugenden Vampir zum internationalen Durchbruch verhalf.

Verwaltungsgebäude und Eingang des 1839 eröffneten Friedhofs von Highgate vom gegenüberliegenden Waterlow Park aus gesehen. Auf der davor verlaufenden Swain’s Lane zeigt sich zu gewissen Zeiten eine dunkle hagere Gestalt. Der heute von grossen Bäumen bestandene Ostteil des Friedhofs ist seit den Grabschändungen von 1969/1970 nur noch mit Begleitung zugängig. (Bild Kurt Lussi)


Der Vampir von Highgate

Der Friedhof von Highgate im Norden Londons gilt als unheimlich und verrufen. Besonders vom heute nicht mehr frei zugänglichen westlichen Teil sind Begegnungen mit Wesen aus dem Reich der Schatten überliefert. Selbst ein Vampir soll dort sein Unwesen treiben.
Diesen Geschichten zugrunde liegen Berichte von Menschen, die auf dem Friedhof sowie in seiner unmittelbaren Nähe eine grosse, dunkle Gestalt mit feurigroten Augen gesehen haben wollen. Von dieser Gestalt, heisst es, gehe eine teuflische Kraft aus, welche die Befallenen lähme und bei ihnen das Gefühl bewirke, „ausgesaugt“ zu werden (Farrant, S. 175). Das von den Zeugen beschriebene Gefühl der Leere bezieht sich jedoch auf die Lebensenergie und nicht auf einen allfälligen Blutverlust.
Die sich wiederholenden Erscheinungen im Westteil des Friedhofs, die vielleicht mit einer dort beginnenden Leyline in Zusammenhang stehen, führten ab 1969 zu Exorzismen und Grabschändungen, bei denen sich insbesondere der Vampir-Jäger Sean Manchester hervortat.

Literatur:
Farrant, David : In the shadow of the Highgate Vampire. An Autobiography, Volume 1, London 2008, S. 174 ff.
Manchester, Sean: The Highgate Vampire, London 1985 (Erstausgabe).
Sturm, Dieter; Klaus Völker (Hg.): Von denen Vampiren oder Menschensaugern. Dichtungen und Dokumente. Phantastische Bibliothek Band 306. München 1994.

 

Das Gatehouse Pub im Londoner Stadtteil Highgate. Postkarte um 1880. (Sammlung Kurt Lussi)


Ghost walk, London, 11.-12. November 2016

Die unsichtbaren Gäste des Gatehouse Pubs in London

Von allen Pubs im Londoner Stadtteil Highgate ist „The Gatehouse“ das älteste. Bereits 1337 soll es eine Gaststätte gewesen sein; die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1670. Zur illustren Schar der Gäste gehörten u. a. Lord Byron (1788-1824), der mit dem 1813 erstmals publizierten Gedicht “The Giaour” die Reihe der gotischen Vampirliteratur eröffnete, dann der Karikaturist George Cruikshank (1792-1878) sowie der Schriftsteller Charles Dickens (1812-1870). Unter den Wesen der Schattenwelt, die in diesem Pub in Erscheinung treten, ist der Geist des Philosophen Francis Bacon (1561-1626) das bekannteste. Die bis heute andauernden Heimsuchungen werden auf die Tatsache zurückgeführt, wonach das Pub auf einer Leyline steht.

Gentleman an der Bar des Gravediggers in Dublin. (Bild Kurt Lussi)

John Kavanagh’s Pub am Prospekte Square, Dublin

Wo einst Totengräber, Leichenräuber und die Geister von Verstorbenen ein und aus gingen

Im Spätherbst, wenn vom Nordatlantik her stürmische Regenschauer über Irland hinweg ziehen, wirkt die Umgebung von John Kavanagh’s Pub im Norden von Dublin noch unheimlicher als sonst, zumal das Gebäude mit der schmucklosen Fassade am ehemaligen Haupteingang des Glasnevin Cemetery liegt. Seit seiner Eröffnung im Jahre 1833 hat sich das Innere dieses Pubs kaum verändert. Man wähnt sich zurückversetzt in die Zeit, als hier schwarz gekleidete Trauergäste, griesgrämige Kutscher und durstige Totengräber ein und aus gingen. Von letzteren heisst es, sie hätten nach getaner Arbeit eine Schaufel Dreck an die Rückfront des Pubs geschmissen. Dann wusste der Landlord, dass die grave diggers ihre Arbeit getan hatten und er damit beginnen konnte, einen Satz Gläser mit Guinness zu füllen. Von den rauen Gesellen hat das John Kavanagh’s auch den Namen, unter dem es die Einheimischen kennen: The Grave Diggers.
Zu den skurrilsten Gestalten, die hier verkehrten, gehörten die body snatchers. Das waren skrupellose Kriminelle, die nachts in den Friedhof eindrangen und frische Leichen raubten. Bis zu zwanzig Pfund zahlten Universitäten für einen gut erhaltenen Toten – in viktorianischer Zeit eine beträchtliche Summe Geld.
Kein Wunder, dass im Gravedigger's noch heute ein "Gast" der unheimlichen Art zu erscheinen pflegt: Einheimische berichten von einem älteren gentleman, der einen altmodischen Anzug aus Tweed trägt. Ohne dass man sein Kommen bemerkt, hockt er plötzlich an der Bar und trinkt einen creamy pint of Guinness. Doch sobald sich die Aufmerksamkeit auf ihn richtet, löste er sich im Nichts auf und verschwindet so geheimnisvoll, wie er gekommen ist.

Curio box mit Totenfetischen, die der Überlieferung nach mit besonderer Zauberkraft erfüllt sind. (Bild Kurt Lussi)


Neue Einträge im Magischen Lexikon

Die Curio Box aus England enthält Totenfetische, die im Zauberglauben eine Rolle spielen. Mit all diesen Gegenständen kann man sowohl Heilung bewirken, als auch Schaden anrichten. Mehr...

Ein "Vampire Killing Kit" enthält alles, was es braucht, um sich einen Vampir vom Hals zu halten. Praktisch angewendet wurden sie wohl kaum. Stattdessen dienten sie als Anknüpfungspunkte für Schauergeschichten, die man sich an flackernden Kaminfeuern erzählte. Mehr...

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Händlein Heller, Schwäbisch Hall, 12. Jh. (Privatsammlung, Bild Kurt Lussi)

 

Museum Klösterli im Schloss Wyher


Öffnungszeiten bis auf weiteres auf Anfrage

Lage/Anreise:
Schloss Wyher, Bushaltestelle Schloss Wyher, Buslinie 61 Luzern-Ettiswil (direkte Verbindung ab Luzern Bahnhof)

Weitere Informationen zum Museum Klösterli
Link zum Schweizerischen Museumsführer

Das Museum Klösterli befindet sich in einem Seitentrakt des Schlosses Wyher bei Ettiswil im Kanton Luzern. In der reichhaltigen Dauerausstellung im Dachgeschoss sind Objekte des Volksglaubens und der Volksfrömmigkeit zu entdecken. In neuerer Zeit wird die Sammlung ergänzt durch Gegenstände, welche die magisch-religiösen Vorstellungen des Alpenraums dokumentieren.

Verbinden Sie den Rundgang durchs Museum mit einem Apéro. Reservationen nimmt gerne die Schlossverwaltung entgegen.

Link zur Homepage des Wasserschlosses Wyher

 

Nächster Anlass:

Sa 26.08.17

SRF bi de Lüt

Fr 24.11.17

Die Reise der Seele ins Jenseits (Kopie 1)